Digitalwandler
Ein Digitalkonverter wandelt Audiosignale zwischen analoger und digitaler Form um oder überträgt ein digitales Format in ein anderes. Im Studio kannst du damit ein bestehendes System erweitern, Geräte mit unterschiedlichen Schnittstellen verbinden oder die Wandlung von den übrigen Funktionen des Audio-Interfaces trennen. Wähle das passende Modell nach Wandlungsrichtung, Kanalzahl, Anschlüssen und Synchronisationsart aus. Zeichne vor der Bestellung den Signalweg von der Quelle bis zur Aufnahme oder Wiedergabe auf; so erkennst du schnell, welche Verbindungen noch fehlen.
Was soll das Gerät wandeln?
Die Bezeichnung „Konverter“ umfasst mehrere unterschiedliche Aufgaben. Ein AD-Wandler wandelt ein analoges Signal von einem Vorverstärker oder Mischpult in digitale Daten um, ein DA-Wandler übernimmt den umgekehrten Schritt für einen Verstärker oder Studiomonitore. Ein kombinierter AD/DA-Wandler beherrscht beide Richtungen. Ein Formatkonverter muss dabei überhaupt nicht mit analogem Audio arbeiten: Er kann ein digitales Signal lediglich zwischen optischen, koaxialen, AES/EBU-, USB- oder Netzwerkschnittstellen übertragen.
| Aufgabe | Typische Verwendung | Was übereinstimmen muss |
|---|---|---|
| AD-Wandlung | Aufnahme eines analogen Ausgangssignals in einem digitalen System | Eingangspegel, Kanalzahl, Digitalausgang |
| DA-Wandlung | Wiedergabe einer digitalen Quelle über eine analoge Anlage | Digitaleingang, Analogausgänge, Pegelregelung |
| AD/DA-Wandlung | Bidirektionale Erweiterung des Studios | Gleichzeitiger Betrieb von Ein- und Ausgängen, Routing |
| Wandlung digitaler Formate | Verbindung von Geräten mit unterschiedlichen digitalen Anschlüssen | Quell- und Zielformat sowie Anzahl der übertragenen Kanäle |
| Netzwerk-Audio | Verteilung mehrerer Kanäle über ein Datennetzwerk | Unterstütztes Protokoll, Netzwerkinfrastruktur und Konfiguration |
Kanäle, Auflösung und Anschlüsse
Die Anzahl der physischen Buchsen muss nicht mit der Anzahl der Kanäle übereinstimmen, die über einen einzelnen digitalen Anschluss übertragen werden. Prüfe deshalb die Angaben für das jeweilige Format und die jeweilige Betriebsart. Bei manchen Schnittstellen verringert eine höhere Abtastrate die Anzahl der verfügbaren Kanäle. Der Maximalwert allein ist wenig aussagekräftig; alle Komponenten des Systems müssen dieselbe Einstellung unterstützen. Bittiefe und Abtastrate müssen zum Projekt, zur Aufnahmesoftware und zum Zielgerät passen.
Analoge Seite
Unterscheide zwischen Mikrofon-, Instrumenten- und Line-Pegel. Ein reiner Line-Konverter ersetzt in der Regel weder einen Mikrofon- noch einen Phono-Vorverstärker, sofern der Hersteller eine solche Funktion nicht ausdrücklich angibt. Prüfe bei symmetrischer Verkabelung die XLR- oder TRS-Anschlüsse und berücksichtige bei unsymmetrischer Signalführung die höhere Störanfälligkeit. Kläre außerdem, ob sich Ein- und Ausgangspegel getrennt einstellen lassen.
Digitale Seite
Ein optischer Anschluss allein sagt noch nichts darüber aus, welches Protokoll darüber übertragen wird. Ebenso darf eine koaxiale Digitalverbindung nicht allein deshalb mit einem gewöhnlichen analogen Cinch-Anschluss verwechselt werden, weil die Buchsen ähnlich aussehen. Vergleiche bei beiden Geräten die Bezeichnung des Formats, den Anschluss und die zulässige Betriebsart. Wenn du den Konverter direkt an einen Computer anschließt, prüfe das unterstützte Betriebssystem, die Treiber und ob der Hersteller einen Stand-alone-Betrieb ohne Computer angibt.
Synchronisation mehrerer digitaler Geräte
Digitale Komponenten müssen ein gemeinsames Taktsignal verwenden. Ein Gerät dient üblicherweise als Taktquelle, während sich die übrigen über den Digitaleingang oder Wordclock daran anpassen. Sind zwei Geräte gleichzeitig als Taktquelle eingestellt, kann dies Knackgeräusche, Aussetzer oder eine instabile Verbindung verursachen. Eine BNC-Buchse bedeutet nicht automatisch, dass sie beliebig als Ein- und Ausgang verwendet werden kann; prüfe die Richtung und eine eventuell erforderliche Terminierung in der Bedienungsanleitung.
- Lege ein Hauptgerät fest, das das Taktsignal bereitstellt.
- Wähle an den übrigen Geräten die richtige externe Quelle und dieselbe Abtastrate.
- Prüfe nach dem Anschließen die Anzeige für die Synchronisationsverriegelung.
- Überprüfe beim Erweitern des Systems erneut Reihenfolge, Verkabelung und Takteinstellungen.
Separater Konverter oder Audio-Interface?
Wenn du mehrere Quellen direkt am Computer aufnehmen und gleichzeitig das Ergebnis abhören möchtest, kann ein Audio-Interface praktischer sein, da es Wandlung, Computerschnittstelle und häufig auch Vorverstärker vereint. Ein separater Konverter ist sinnvoll, wenn du ein bereits funktionierendes System erweitern, ein bestimmtes digitales Format nutzen oder die Wandlung ohne Computer einsetzen möchtest. Für einfache mobile Aufnahmen kann ein Digitalrecorder besser geeignet sein.
Der Abhörweg stellt eigene Anforderungen. Der Ausgang des Konverters muss für die nachfolgende Komponente geeignet sein, und sein Pegel muss sich einstellen lassen, ohne deren Eingang zu übersteuern. Prüfe bei der Arbeit mit Studiomonitoren, ob die Lautstärke über den Konverter, einen Monitor-Controller oder ein anderes Gerät geregelt wird; zwei unklar eingestellte Regler erschweren eine reproduzierbare Wiedergabe.
Prüfschritte vor der Bestellung
- Liste alle Quellen und Ziele einschließlich ihrer Anschlüsse, Pegel und digitalen Formate auf.
- Bestimme die erforderliche Anzahl gleichzeitig genutzter Ein- und Ausgangskanäle.
- Vergleiche die unterstützten Betriebsarten bei der von dir verwendeten Abtastrate.
- Lege fest, welches Gerät als Taktquelle dient und über welches Kabel die Synchronisation übertragen wird.
- Prüfe anhand der Angaben zum jeweiligen Modell Treiber, Stromversorgung, Möglichkeiten für den Stand-alone-Betrieb und das mitgelieferte Zubehör.
In einem Studio-Rack kann Netzstrom passend sein, bei Außenaufnahmen dagegen USB- oder Batteriebetrieb. Entscheidend ist daher auch der Einsatzort, nicht nur der Komfort. Miss für den Rackeinbau die verfügbare Höhe und Tiefe einschließlich der Anschlüsse. Lasse bei einem Tischgerät ausreichend Zugang zu Kabeln und Bedienelementen. So wählst du den Konverter anhand des tatsächlichen Signalwegs und nicht nach einem einzelnen Wert in den technischen Daten aus.
